Szenen zum Spielen
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Abgestimmtes, eine Szene

Es wirken mit: Claus (Fraktionsvorsitzender), Willi (Mitglied), Rita (Mitglied)

Claus: (routiniert) Wir kommen zur Abstimmung, also wer dafür ist, den bitte ich um das Handzeichen. (Will hebt die Hand, Rita nicht)
Claus: (gelangweilt) Danke, die Gegenprobe (Rita hebt die Hand) ....Danke vielmals, ich stelle Einstimmigkeit fest. Der nächste Punkt...
Willi: (gespannt) Rita war dagegen.
Claus: (genervt) Wie bitte? eehh....was jetzt, wie dagegen?
Willi: (gespannter) Rita hat dagegen gestimmt.
Claus: (hat das Scherzchen verstanden) o.k., also noch mal, wer dafür ist, den bitte ich um das Handzeichen! Das Handzeichen Rita, das Handzeichen.
Rita: (verhalten mutig) Ich bin dagegen.
Claus: (verunsichert) Dagegen.
Rita: Ja, dagegen.
Claus: (machtbewusst väterlich) Du warst doch aber immer dafür....ich meine für uns....Du bist doch eine von uns!
Rita: (aufgeregt) Ich bin für uns, aber in dieser Sache dagegen.
Claus: (ungeduldig zornig) Also wenn du für uns...ich meine also dafür bist, dann heb jetzt bitte die Hand.
Rita: (trotzmutig) Ich bin aber dagegen.
Claus: (Unverständnis spielend) Eben hast Du aber gesagt, dass du für uns bist?
Rita: (leisemutig) Ich bin insgesamt dafür, an dieser Stelle aber dagegen.
Claus: (echtempört) Was soll das? Wer nicht dafür ist, ist automatisch gegen uns!
Rita: (erklärend) Ich bin aber dagegen, weil ich für uns bin.
Claus: (Kopfschüttelnd buchzuklappend) Vergiss es, du kannst nicht für uns gegen uns sein. Willi, was sagst Du dazu?
Willi: (vorsichtig) Die Grundhaltung unseres Fraktionsmit....
Claus: (hektisch) Seh ich haargenau so Willi. Wer gegen uns die Hand hebt....
Rita: (erschrocken) Ich habe doch gegen niemanden die Hand gehoben.
Claus: (Oberwasser) Schlimmer, du hast sie nicht gehoben, obwohl alle dafür waren.
Rita: (irgendwie bissig) Es waren nicht alle dafür, ich war dagegen.
Claus: (stur) Eben und wer die Hand dagegen hebt ist gegen uns.
Rita: (verzweifelt) und wer sie nicht hebt ist also für uns? Willi, heut früh unter uns warst du doch auch dagegen!
Claus: (betont beiläufig) Interessant.
Willi: (ängstlich spontan) Ich bin für uns Claus....für uns alle. Ich bin doch wie Du.
Claus: (lautlos denkend) Wenn du wie ich bist, dann weiss ich wie du bist und dann lass mich ja in Ruhe.
Rita: (Hilfeschrei) Willi, du warst dage....gen!!!
Willi: (Ach so eine ist das) Was hat das denn jetzt mit der Abstimmung zu tun?
Rita: (fast hilflos) Also hat sich deine Meinung geändert?
Willi: (ungehalten) Nein, aber ich bin dafür-
Rita: (ungläubig) Wofür?
Willi: (Blick auf Claus) Das niemand dagegen ist bitte schön!!
Rita: (alleingelassen) Du kannst doch nicht dagegen und gleichzeitig dafür sein?
Willi: (abwinkend) Du reisst ja alles aus dem Zusammenhang.
Claus: (väterlich) So, Schluss jetzt mit der Streiterei Kinderchen. Rita ich versteh dich ja, wir sollten hinterher über alles reden. Aber bitte heb die Hand.
Rita: (witternd) Es gibt nichts mehr zu reden, ich bin dagegen.
Claus: (professionell enttäuscht) Du zerstörst unsere Reihen. Sie sind sich nicht einig, wird die Opposition sagen.
Rita: (waghalsig) Wir sind uns auch nicht einig.
Claus: (professionell enttäuscht) Zieh jetzt nicht auch noch die anderen mit hinein. Hier gibt es nur eine, die sich nicht einig ist.
Rita: (mädchenhaft trotzig) Willi ist in Wirklichkeit auch dagegen.
Claus: (müde) Aber er ist sich wenigstens einig. Einigkeit macht stark.
Rita: (wissend) Stark, macht die demokratische Auseinandersetzung.
Willi: (unruhig) Entschuldigt, es ist gleich acht.
Claus: (wieder sicher) Wir sind ja auch am Ende. Für's Protokoll: Gemeinsam wurde heute der Be....
Rita: (zischend) Wir waren uns nicht einig!
Claus: (sehr sicher) Moment bitte. Bis auf Rita, die sich nicht einig war, wurde heute der gemeinsame Beschluss gefasst, dem Affen Bimbo eine grüne, statt der schwarzen Schleife an den Schwanz zu binden.
Willi: (Applaus)
   
Im Restaurant

Es wirken mit: Kellner, Gertrud (Frau), Waldemar (Mann), Restaurant-Chef

Kellner: Guten Tag, die Herrschaften! Zwei Personen, bitte folgen Sie mir.
Mann: Brr… bei Ihnen ist es wenigstens schön warm.
Kellner: Zwei Personen, wärs hier recht?
Frau: Vielleicht nicht direkt am Fenster.
Kellner: Dann vielleicht dort drüben?
Mann: Vielleicht mehr ans Licht?
Kellner: Der kleine dort unter der Lampe?
Mann: Bitte Gertrud, nimm Platz!
Frau: Nicht mit dem Rücken zum Raum, nimm Du den!
Kellner: Speisen, die Herrschaften? … ich bring die Karten.
Mann: Ein Bier, ich nehme ein Bier!

Frau:

Ich esse nur etwas Kleines.
Kellner: Vielleicht erst was zu trinken?
Mann: Sagte ich bereits, ein Bier!
Kellner: Klein oder groß?
Frau: Etwas Kleines reicht, ich bekomme so schnell Sodbrennen.
Kellner: Verzeihung, kleines oder großes Bier?
Frau: Ich trinke kein Bier, bringen Sie Apfelsaftschorle.
Mann: Ich nehme ein Bier.
Frau: Was können Sie empfehlen?
Kellner: Radeberger, Warsteiner, Bit …
Frau: Etwas zu essen, empfehlen Sie etwas zu essen …
Mann: Bei mir zuerst das Bier, Herr Ober!
Kellner: Großes, vermut ich doch, mein Herr?
Frau: Für mich bitte Apfelsaftschorle.
Kellner: Eine Apfelsaftschorle, die Dame.
Frau: … eine große …!
Mann: … ich dann auch ein großes …
Frau: Waldemar..!!
Mann: … eh, kleines Bier …
Kellner: Sehr wohl, da hätten wir also eine kleine Apfelsaftschorle und ein großes Bier!
Frau: Falsch herum!
Kellner: Also erst das große Bier und dann die kleine Apfelsaftschorle.
Frau: Nein, erst die große Apfelsaftschorle und dann das eine kleine Bier.
Mann: Gertrud, Liebes, soll ich nicht auch lieber ein großes …
Frau: Empfehlen Sie doch etwas Kleines!
Kellner: Hmmmh, z. B. eine halbe Rindsroulade mit nur einem Kloß?
Mann: Lecker, ich nehm die andere Hälfte!
Frau: Sind Zwiebeln in der Füllung?
Kellner: Na klar, auch Speck und …
Mann: Ich jetzt erst mal das kleine Bier, Gertrud?
Frau: Zwiebeln, Speck, mein Sodbrennen. Fisch, besser Fisch, z. B. Forelle …
Kellner: Aber gern doch "Müllerin" …
Mann: Gertrud, woher weiß der Kerl, wie wir heißen?
Kellner: Forelle gebraten, also Müllerin, mein Herr.
Frau: Haben Sie eine halbe?
Kellner: Wir schlachten frisch aus dem Becken, die andere Hälfte würde doch ertrinken.
Mann: ha ha ha…
Frau: Waldemar!
Mann: Ja! Ach so ja, ich nehme ein Bier.
Frau: Können Sie die Forelle nach dem Braten in zwei Hälften teilen, Herr Ober?
Mann: Ich will keinen Fisch, Gerda, ich habe keinen Appetit auf …
Frau: Nun bringen Sie doch meinem Mann endlich ein großes Bier, Herr Ober!
Mann: Sind die Forellen nicht riesig groß, Herr Ober?
Kellner: So 350 – 400 g, mein Herr.
Mann: Also doch nicht frisch, tiefgefroren, Gerda!
Kellner: Sie schwimmen noch im Becken.
Mann: So große Fische im Winter, Forellen fressen im Winter nichts, die sind aus dem Frost.
Frau: Mein Mann ist Aquarianer.
Mann: Sie fressen nichts, wenn es kalt ist.
Frau: Blödsinn, mir ist auch kalt … vielleicht erst mal einen Tee, einen Tee, Herr Ober, ein Kännchen!
Mann: Für mich ein Bier, ein großes hat sie gesagt, stimmts, Herr Ober?
Kellner: Einen Tee und ein großes Bier.
Frau: Ich nehme das Kopfstück, mein Mann das Schwanzstück.
Kellner: Das Schwanzstück ist kräftiger.
Frau: Jeder soll kriegen, was er nicht hat.
Kellner: Also sie den schönen Kopf, … zuvor den Tee?
Mann: Für mich das große Bier und für meine Frau die Apfelsaftschorle…
Frau: Ich habe Tee bestellt!
Mann: Die halbe Roulade wäre aber auch lecker gewesen.
Frau: Du bekommst das dicke Schwanzstück, Waldemar, hör jetzt auf zu nörgeln!
Mann: Aber jetzt erst mal das große Bier.
Frau: Hat das Kopfstück eigentlich mehr Gräten, Herr Ober?
Mann: Rouladen haben gar keine.
Frau: Unangenehm, diese Gräten. Filet, haben Sie Filet, Herr Ober?
Kellner: Seelachsfilet, Zanderfilet …
Mann: Und das schwimmt noch, stimmts?
Frau: Was soll der Blödsinn, ich meine Rinds- oder Schweinefilet, aber jetzt erstmal die Apfelsaftschorle
Mann: Warum dann nicht Roulade?
Frau: Herr Ober…, Herr Ober…, Waldemar, wo ist der Kellner?
Chef: Guten Tag, meine Herrschaften, ich bin der Chef des Hauses.
Mann: Für mich ein großes Bier.
Chef: Viélleicht können Sie mir erklären, der Kellner, … Ihr Kellner, … ist …
Frau: Was ist mit dem? Wo ist der eigentlich?
Chef: In der Küche, er hält den Chefkoch am Schwanzstück, zwingt ihn, eine Roulade zu filetieren, gießt ihm ein Bier über den Kopf und brüllt nach Apfelsaftschorle im Kännchen …
Frau: Waldemar, steht sofort auf, in diesem Irrenhaus bleiben wir keine Minute länger!